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PRÄMIENGUTSCHEIN

Ab 2018 akzeptiert LETHE als Weiterbildungsanbieterin für die Fortbildungen und Deutschkurse Bildungsprämien seitens des Staates/des Arbeitgebers oder anderer Trägerinstitutionen. Prämiengutschein heißt, dass der Teilnehmer an einer Weiterbildungsveranstaltung eine um 50% ermäßigte Veranstaltungsgebühr zahlt.

Einen Prämiengutschein erhalten Sie, wenn

  • Sie durchschnittlich mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sind oder sich in Eltern- oder Pflegezeit befinden und
  • Sie über ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von maximal  20.000 Euro (als gemeinsam Veranlagte 40.000 Euro) verfügen.

Den Prämiengutschein geben Sie ganz einfach bei uns ab und zahlen dann lediglich Ihren Eigenanteil für die Weiterbildung. Sie können jedes Kalenderjahr einen Prämiengutschein erhalten.

Hier geht es zur Seite, die ausführlich über den Gutschein informiert.

EINE FRAGE DER ETHNIE?

Ethnie geht auf das altgriechische Wort „éthnos“ (fremdes Volk) zurück und bezeichnet eine Gruppe von Menschen, die durch gemeinsame Eigenschaften wie Sprache, Kultur, Tradition, Religion u.a. miteinander verbunden sind und ein eigenes Gemeinschaftsbewusstsein besitzen.

In einem Staat können mehrere Ethnien nebeneinander und miteinander leben. Beispiele für Staaten, in denen dies überwiegend friedlich gelingt, sind z.B.

  • Japan mit 99% Japanern, 1% Sonstigen, darunter 511.262 Koreaner, 244.241 Chinesen, 182.232 Brasilianer, 89.851 Filipinos, Andere 237.914. Anmerkung: bis zu 230.000 Brasilianer japanischer Abstammung sind in den 1990ern zur Arbeit nach Japan migriert, einige sind nach Brasilien zurückgekehrt (Stand: 2004)
  • Island mit 96,1% Isländern, 0,8% Dänen, 0,5% Schweden, 0,5% US-Amerikanern, 0,3% Deutschen, 1,8% Sonstigen
  • Finnland mit einer Bevölkerung aus 93% Finnen, 6% Schweden, 0,11% Saamen, 0,12% Roma und 0,02% Tataren
  • Großbritannien mit 81,5% Engländern, 9,6% Schotten, 2,4% Iren, 1,9% Walisern, 1,8% Nordiren, 2,8% West Indians, Indern, Pakistani und Anderen
  • die Schweiz mit 65% Deutschen, 18% Franzosen, 10% Italienern, 1% Rätoromanen, 6% Anderen
  • der Iran mit 51% Persern, 24% Aseri, 8% Gilaki und Mazandaran, 7% Kurden, 3% Arabern, je 2% Luri, Belutschi und Turkmenen, 1% Sonstigen [1]

Wir kennen aber auch eine Reihe Länder, in denen das Miteinander alles andere als friedlich verläuft. Ins Bewusstsein gerückt sind in den letzten Jahren besonders die ostafrikanischen Krisenherde.

  • Dschibuti mit 60% Somali, 35% Afar, 5% Franzosen, Arabern, Äthiopiern und Italienern
  • Eritrea mit 50% Tigrinya, 30% Tigré, je 5% Saho und Afar, 2,5% Hedareb, je 2% Bilen und Kunama, 1,5% Nara, 0,5% Rashaida
  • Äthiopien mit 40% Oromo, 32% Amhara und Tigré, 9% Sidama, je 6% Shankella und Somali, 4% Afar; 2% Gurage, 1% Sonstige (in Äthiopien leben mehr als 70 ethnische Gruppen, die ca. 286 Sprachen sprechen)
  • Afghanistan mit 38% Paschtunen, 25% Tadschiken, 19% Hazara, 6% Usbeken, 12% Sonstigen (Aimaken, Turkmenen, Belutschi u.a.)

Man kann sich in die Liste einlesen und eine Ahnung davon bekommen, dass die eine homogene Ethnie in einem Staat (Japan?) eher die Ausnahme, nicht aber die Regel ist.

Nicht erst in letzter Zeit lässt sich eine zunehmende Bedeutung ethnischer Konflikte und deren gewaltsamer Austragung feststellen. Kriegsstatistiken [2] zeigen einen Trend von zwischenstaatlichen Kriegen weg hin zu Bürgerkriegen. Von den 160 zwischen 1945 und 1988 begonnenen Kriegen waren 102 (63,7 %) innerstaatliche und 39 (24,4 %) internationale Kriege sowie 19 (11,9 %) Mischkriege mit innerstaatlichen und internationalen Komponenten. Von den 42 zwischen 1989 und 1998 begonnenen Kriegen waren 33 (78,6 %) innerstaatliche und nur noch 6 (14,3 %) internationale Kriege und 3 (7,1 %) Mischkriege.

Statistik

Betrachtet man die innerstaatlichen Kriege gesondert, so nahm der Anteil der um Autonomie bzw. Separation geführten Kriege von 16 (48,5%) zwischen 1945 und 1988 auf 31 (30,4 %) zwischen 1989 und 1998 zu, während der Anteil der Antiregimekriege deutlich von 54 (52,9 %) auf 12 (36,4 %) zurückging. Der Anteil der Kriege, die sowohl Antiregime- als auch Separationskriege waren, blieb mit 17 (16,7 %) beziehungsweise 4 (12,1 %) relativ konstant. Sowohl die Zahl der Autonomie- bzw. Separationskriege wie auch des Mischtyps sind dabei als lediglich die an die Oberfläche tretenden ethnischen Konflikte zu sehen. Sie haben die Gewaltschwelle überschritten. Kleinere (kurz aufflackernde oder punktuelle) bewaffnete Auseinandersetzungen um Zugehörigkeiten sind in der Statistik nicht erfasst.

 

[1] Quelle: http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/ethnien.aspx

[2] Quelle: wikipedia