Schlagwort-Archive: Lernen

SPRECHSTUNDE ZUR LERNORGANISATION

Prüfungsvorbereitung? Alltäglicher Schulalltag mit Lernstoff, der aufgearbeitet werden muss? Wie lese ich einen Text richtig und effizient? Eine Präsentation planen und gliedern und anschließend vortragen?

Es gibt viele Fragen, die uns in den letzten Tagen gestellt wurden. Diese und die Entdeckung, dass offensichtlich immer mehr Schüler in ihrem Schulunterricht keine bis allenfalls wenige Lernmethoden und Lerntechniken an die Hand bekommen, damit sie ihren Lernprozess selbständig und energieeffizient vorbereiten, steuern und kontrollieren können, hat uns von LETHE nachdenklich gemacht.

Deshalb bieten wir ab sofort Abhilfe.

Nein, nein, keine Nachhilfe. Die überlassen wir den anderen. Bei LETHE werden wir mit Beginn des Dezembers die „Sprechstunde zur Lernorganisation und Prüfungsvorbereitung“ anbieten.

Melden Sie sich mit Ihrem Problem bei uns und wir schauen uns an, was genau das Problem ist und werden bei Bedarf ein extra auf Sie zugeschnittenes Lernpaket mit Lösungen für Sie zusammenstellen. Wir üben mit Ihnen das schwierige Textverstehen (Sachtexte, Literaturtexte), bauen Ihren Wortschatz aus, sichern die Rechtschreibung und das schreiben von Notizen. – Wir helfen kleinen Wundern auf die Sprünge 🙂

Melden Sie sich noch heute über das Kontaktformular für die Sprechstunde an.

Mittwochs, von 13.00 – 17.00 Uhr. Beginnend am 6.12.2017

EIN JAHR LETHE

 

oder

Ein Blick zurück und einer nach vorne

In 4 Wochen wird  LETHE  ein Jahr alt.  Das ist Anlass, eine Bilanz zu ziehen und eventuelle Kurskorrekturen vorzunehmen. Nicht alle Wege haben zum Ziel geführt – eines aber ist doch klar geworden: LETHE wird mehr denn je gebraucht!

Der Fluss LETHE – Sie erinnern sich – dem unser Konzept seinen Namen entlehnt hat, hat uns immer wieder daran erinnert, nicht nur über das BEHALTEN im Lernprozess, sondern auch über die Rolle des Vergessens nachzudenken. Der Umgang mit den verschiedensten Menschen im vergangenen Jahr hat uns die Erkenntnis gebracht, dass …

… Erziehung das von Erwachsenen begleitete Lernen von Anschlussfähigkeiten eines individuellen Gedächtnisses an das kulturelle Gedächtnis einer größeren Gemeinschaft ist.

Die Kluft zwischen beiden ist in einem Kind am größten – im Heranwachsen schließt sich die Lücke und führt im Heranwachsenden dazu, dass er eine Zugehörigkeit aufbaut. Wird die „Erziehung“ zu einem kollektiven Gedächtnis unterbrochen bzw. ist sie nicht gewährleistet, wird der Mensch um Wesentliches beraubt. Ihm fehlt das Angebundensein, das jedoch jeder Mensch braucht. Unnötig zu sagen, dass wir Individuen UND Gemeinschaftswesen sind. Junge und ältere Menschen aufzunehmen, ist das Eine. Die Aufnahme in eine Gemeinschaft ist allerdings mit Deutsch- bzw. Alphabetisierungskursen allein und mit ineffizienten „Integrationsmaßnahmen“ nicht zu leisten. Da ist noch viel zu tun.

Das (1) individuelle Gedächtnis greift bei Bedarf auf ein Bewusstsein zurück, das kollektive hingegen auf soziale Kommunikation. Das (2) kulturelle Gedächtnis ist das, was sich mit der Erstsozialisation im Individuum einprägt und ihm Identität im Gemeinschaftlichen gibt. (1) begrenzt die Erfahrungsgeschichte der Person, (2) umfasst alle Kommunikation aller Kommunikationsteilnehmer.

Denken wir weiter in diese Richtung, ergibt sich die Frage nach der Wirkung, die ein Herausgerissenwerden aus einer Gemeinschaft auf einem jungen Menschen ausübt. Er hat die angestammte Gemeinschaft verlassen und taucht in einer neuen auf, bringt aber Erinnerungsstücke an das Verlassene mit, ja, hält in der Fremde nachgerade daran fest. Um sich neu auszurichten, müsste er „vergessen“ – er müsste das kulturelle Gedächtnis überschreiben. Tut er das nicht, wird er sich nicht mit der neuen Umgebung identifizieren. Insbesondere auch dann nicht, wenn er keine geeigneten Lebensmodelle vorfindet, die für eine Identifikation attraktiv sind.

Erinnern und Vergessen im Lernprozess:

Eine erinnerungslose Menschheit ohne Geschichte und Fortgang ist eine, die sich von einem Augenblick auf den anderen stürzt und nicht in der Lage ist, diese Augenblicke miteinander zu verbinden.

Eine Menschheit ohne Fähigkeit zu vergessen, ist eine ohne Struktur und ohne Erkenntnis, Bedeutsames von Unbedeutsamem zu unterscheiden.

Vergessen, nehmen wir aus diesem Abschnitt mit, ist beides: es ist vernichtend und aufbauend. Es löst Identität auf und lässt durch Kontinuität vermittelte Sicherheit nicht mehr zu, aber es schafft Platz für Neues. Und Vergessen bedeutet nicht nur ein Verschwinden, sondern die Rückkehr zum Ganzen und ins Ganze. Dieses Vergessen nun im Lernprozess zu akzeptieren – es sogar mit einzubeziehen und aktiv zu betreiben – setzt voraus, es als eine Möglichkeit des menschlichen Daseins in Betracht zu ziehen. Das versuchen wir unseren Schülern wie auch Seminarteilnehmern mitzugeben. Damit sich Menschen in einer komplexen Welt wie der unseren zurechtfinden und nicht bloße Fähnchen im Wind sind, ist es wichtig, Wichtiges von Unwichtigem und Dringendes von Nichtdringendem unterscheiden zu können.

Für den November bereiten wir derzeit einen Workshop über „Lernen“ vor – es wird einen theoretischen und einen praktischen Teil geben. In diesem Zusammenhang wird es natürlich um das sehr wichtige Thema WAHRNEHMUNG gehen – und natürlich um die Schlüsse, die man aus dieser Wahrnehmung zieht. Man kann uns übrigens „buchen“ – fragen Sie nach. Wie im letzten Jahr sehen wir auch in diesem Jahr vor, auch bei Ihnen in Ihren Räumlichkeiten Seminare und Unterricht zu geben.

Was die Ausbildung nach LETHE für Lehrer und Ehrenamtliche angeht, haben wir eine Ergänzung vorgenommen, und dies sowohl in Hinblick auf die Lehrer und Erzieher als auch die Berufseinsteiger.

Es besteht – wie uns zugetragen wurde und wir auch an einzelnen Schülern selbst bezeugen können – bei vielen Schulabgängern eine nicht übersehbare Lücke zwischen ihrem erreichten und bescheinigten Schulabschluss und den Fähigkeiten und Techniken, die sie zum Eintritt ins Berufsleben brauchen. Das gilt insbesondere für viele Deutschlerner, aber auch für Deutsch-Muttersprachler.

Hier wird LETHE einspringen, indem wir eine dreiwöchige, praxisorientierte Vorbereitung auf das Berufsleben durchführen. Das ist kein theoretisches Pauken, sondern dient der Anwendung und Vertiefung in der Realität. Diese Vorbereitung wird 60 Stunden umfassen, dies in den Teilbereichen 1. Berufsberatung (Was ist der richtige Beruf für mich? Fähigkeitenprofil, Schwächen, Stärken), 2. Bewerbungstraining (Lebenslauf, Anschreiben, Vorstellungsgespäch), 3. Vertiefung der Deutschkenntnisse (Idiomatik, Besonderheiten der gesprochenen Sprache, nominales Deutsch), 4. Textgebundene Mathematik, Mathematik im Alltag und 5. Arbeitsrecht, Arbeits- und Ausbildungsverträge und die entsprechenden Hintergründe.

Herausgenommen haben wir aus unserem LETHE-Programm Etliches, das wir zwar interessant fanden, das aber unser Profil und auch unsere Ansprechpartner irritierte. Aber aus Fehlern lernt man eben, und wir starten verschlankt ins zweite Jahr. Geblieben ist der Hintergrund, bzw. unser Weltbild und natürlich die deutsche Sprache, um die wir uns – zu Recht oder zu Unrecht?? – ein wenig sorgen.

Mehr zu aktuellen Seminaren und Workshops – auch Einzelausbildungen und Förderungen gibt es demnächst.